Partii - Partizipation inklusiv

[2] Ergebnisse: Einführung

Partii

Mit dem Projekt Partii – Partizipation inklusiv bearbeiten wir die Fragestellung, wie MmB angesprochen und motiviert werden können, sich an der Partizipationsinitiative zu beteiligen sowie welche spezifischen Anforderungen und Bedingungen für eine solche (internetbasierte) Beteiligung erforderlich und sinnvoll sind.

Menschen mit Behinderungen haben spezielle Anforderungen an Kommunikation

Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Menschen, die besondere Formen der Kommunikation (z.B. Gebärdensprache) nutzen sowie auf solchen, die spezielle Anforderungen an digitale Kommunikation und ihre Rahmenbedingungen stellen. Wer im Rahmen eines solchen Beteiligungsverfahrens Veranstaltungen plant, hätte aufwändige Vorbereitungen zu treffen:

  • Der Zugang zum Veranstaltungsort muss barrierefrei sein,
  • die Räume für Rollstuhlfahrer wie Blinde erreichbar,
  • Behinderten-Wcs müssen genauso vorhanden (und benutzbar) sein
  • wie Induktionsanlagen für Schwerhörige.
  • Dolmetscher für Gebärdensprache müssen organisiert und bezahlt werden und vieles andere mehr.

Aber selbst wenn viele dieser Bedingungen erfüllt sind, können MmB häufig aus praktischen Gründen nicht zu so einer Veranstaltung kommen, da für sie schon der Weg von ihrer Wohnung zum Veranstaltungsort ein unüberwindliches Hindernis darstellt.

Es spricht daher aus Kosten- und Organisationsgründen viel dafür, Veranstaltungen, an denen Menschen mit Behinderungen partizipieren sollen, im Internet zu organisieren. Damit werden eine Reihe von Problemen behoben, die speziell Menschen mit eingeschränkter Mobilität (z.B. Rollstuhlfahrer oder Sehbehinderte) haben.

Aber auch im Internet gibt es spezifische Probleme, wenn sich Menschen mit Behinderungen aktiv beteiligen sollen.

Menschen mit Behinderungen fühlen sich oft nicht angesprochen

Die gesetzlichen Regelungen in der Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung BITV 2.0 reichen bei weitem nicht aus, um die Zugänglichkeit für alle Menschen sicherzustellen. Denn zum einen stellt die BITV nur Mindestanforderungen und bezieht sich dabei in erster Linie auf Menschen mit Sehbehinderungen/Blindheit. Menschen mit speziellen Kommunikationsanforderungen, insbesondere Taube, werden oft außen vor gelassen, weil laut BITV z.B. nur rudimentäre Informationen in Gebärdensprache zur Verfügung gestellt werden müssen.

Oft werden Menschen mit Behinderungen auf den üblichen Kanälen nicht erreicht oder sie fühlen sich nicht angesprochen. Dies trifft ebenfalls Menschen mit speziellen Kommunikationsanforderungen besonders, da sie gängige Medien nicht nutzen und sich auch im Internet nur in speziellen Bereichen bewegen. Dies gilt es zu ändern.

Menschen mit Behinderungen können an der Partizipationsinitiatrive teilnehmen

Mit Partii – Partizipation inklusiv wird Bürger*innen mit Behinderungen die Teilnahme an der Partizipationsinitiative des BMBFs ermöglicht.

Dafür stellen wir hier dar, welche spezifischen Anforderungen Menschen mit Behinderungen an die Zugänglichkeit digitaler Technik sowie an die Kommunikation per Internet haben. Daraus leiten wir Kriterien ab, die die Auswahl eines Tools erlauben, dass sich für das Einsammeln von Bürgerfragen nicht nur, aber auch bei Menschen mit spezifischen Anforderungen eignet. Die Anwendung dieses Tools im Rahmen von Partii – Partizipation inklusiv stellen wir ebenso dar, wie die Möglichkeiten, Menschen mit Behinderungen per Social Media im Internet zu erreichen, anzusprechen und zur Teilnahme zu motivieren. Dies ermöglichte uns, das von uns verwendete Tool testen zu lassen mit dem Ergebnis, dass es den wesentlichen Anforderungen von Menschen mit Behinderungen gerecht wird. In den abschließenden ‚Lessons learned‘ verallgemeinern wir unsere Erfahrungen zu breit anwendbaren Empfehlungen und stellen zusätzlich weiterführende Informationen zur Verfügung.

Weiter zu [3] Anforderungen: Zugänglichkeit

Zurück zur Übersicht